"feuerritual, um unsere verbindung zur erde zu erneuern und zu stärken, indem wir ihr einfach "danke" sagen", heisst es. ein geschenk (blumen, schnaps, tabak, reis etc.) für die erde solle man mitbringen, dazu eine farbig kerze.
ich liebe zeremonien... viel zu wenige haben wir in unserer gesellschaft. visualisieren, fokusieren - ich melde mich an.
heute war es soweit: liebevoll und intuitiv bereite ich meine gaben vor. ich mische roten und schwarzen reis, ein schönes stoffsäckli, ein schleifli drum. tiptop. dazu ein büschel vom meinem indonesischen edelweiss-sträusschen. die einzigartigen trockenblumen stammen von einem berg in lombok. eine rote kerze finde ich in meinem schrank. passend, finde ich.
zusätzlich nehme ich drei blumenkerzen, die ich aus bali habe: pink, weiss und orange. jeder dieser drei wachsblumen gebe ich eine für mich ganz persönliche bedeutung. besser könnte er kaum sein, der zeitpunkt für ein ritual im wald. viel kummer, verlust und trauer in mir die tage, aber auch dankbarkeit.
unvoreingenommen und offen trabe ich also zur praxis. dort sitzen etwa 12 frauen jeden alters gemütlich im kreis auf dem boden: jede ihr mitbringsel und die kerze vor sich. ich entscheide mich für die rote kerze und lasse die andern kerzli in meiner tasche. uns wird kurz erklärt was uns später im wald erwartet. dann kann es losgehen: alle schliessen wir die augen und jede überlegt sich wofür sie heute danken will - dies pustet sie dann ins geschenk. rhythmische trommelschläge, gedanken, blasen.
die schamanin schaut sich unsere kerzen an und sagt etwas zu den farben. alle, die sich eine rote kerze ausgesucht haben brauchen viel energie und kraft. lustig ist ja, dass mein reis auch rot ist wie auch mein armbändeli aus mexico, welches ich intuitiv mitgenommen habe. sehr gut: energie, dass kann man immer brauchen!
wir laufen alle richtung wald. es ist ein langer marsch und es regnet in strömen. ich bin die einzige der gruppe, die weder schirm noch regenjacke dabei hat. irgendwie ist es mir heute egal. pitschnass laufe und laufe ich - es passt. er tut gut der regen. als spüle er all die sorgen runter. ich finde auch, dass die erde nach all diesen wundervollen sonnentagen etwas wasser gebrauchen kann.
auf der lichtung brennen bereits vier feuer in einem kreis. in der mitte sind edle steine verteilt. schön sieht das aus. wir werden aufgefordert uns in einem kreis um die feuer aufzustellen. dann rufen wir die himmelsrichtungen, den himmel und die erde. viele der frauen scheinen nicht zum ersten hier zu sein. eine nach der andern macht ihr ritual. endlich ich bin an der reihe und leere reis und edelweiss in eines der feuer, danach trete ich in die mitte und strecke meine arme dem himmel entgegen. ich lasse die energie durch mich fliessen, durch alle chakren, durch die fusswurzeln in die erde. dann trete ich aus dem kreis, zünde meine kerze an und warte bis alle teilnehmerinnen fertig sind mit der zeremonie.
es ist eine ausserordentlich friedliche ruhige stimmung. ich mag die natur und es ist schön, danke sagen zu können und auch etwas zurückzubekommen: kraft. beflügelt gehe ich nach hause. jeden tag ein bisschen kerze brennen lassen, dass spende die nötige energie. ich halte mich daran.
1 Kommentar:
Schönes Ritual! Umarmis, iren
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