ein openairfestival diesen sommer. die band kasabian hat gerade nach neunzig minuten konzert den letzten song zum besten gegeben. mitreissender sound, schöne stimmung, zwei freundinnen und ich im musiktaumel.
dann wird uns polykarp aus dem wallis vorgestellt. es folgt smalltalk.
ich: "die band hat wahnsinnig gerockt, nicht wahr?"
polykarp:
"bin ganz deiner meinung, ja. ich frage mich nur woher die kommen. bestimmt aus dem osten, nicht?"
ich: (leicht verdutzt, freundlich-bestimmt)
"äh...wie kommst du denn darauf? die kommen aus england. das hört man doch:"
polykarp: "ah so. ich dachte kasabian tönt wie kaukasus irgendwie. russisch oder so..."
der dialog bleibt verkrampft, es folgen verständigungsprobleme.
ob er denn nicht zuhöre? fragen meine kollegin und ich.
wir seien ihm zu schnell. und komisch sprechen täten wir auch, ob wir aus der ostschweiz kämen? ich geb's auf und wende mich irgendwann diskret ab.
eigentlich ist dieser mann nicht der rede wert - nein wirklich nicht. langweilig, verklemmt ist er, ignorant und zudem stolzer mitarbeiter einer schweizer firma, die waffen munition herstellt. das macht ihn auch nicht sympathischer.
fasziniert hat mich aber sein name. der buben-name soll tatsächlich aus der schweiz stammen - gegend walliser bergen. man lernt nie aus.
meine nachträgliche recherche hat ergeben, dass polykarp ursprünglich aus dem altgriechischen kommt und "fruchtbar" bedeutet. genauer: "der frucht bringende".
komisch, mir kommen da nur fische in den sinn, ganz glitschige, grusige.















