03 April 2006

ent-sorgen nach feng shui

2001 foto und text; littenheid

quelle

seidene fäden schimmern im licht der sonne. frau spinne hat ganze arbeit geleistet. mitten im wald: ein teich. die tannenkronen zeigen in meine richtung - seitenverkehrt. ich sitze am rande des tümpels zwischen grünen nadeln und braunem laub, geschützt durch dächer der efeublätter. ab und zu ein windstoss - lässt alles erzittern und gibt der mystischen stimmung etwas geheimnisvolles. durch die zweige und blätter seh ich fische - kreisend am grund des gewässers. es muss sehr still sein dort unten. warmes moos bettet mich ein. ich lausche: die vögel zwitschern fröhlich und von weit her vernehme ich das rauschen eines flüsslein. für einen kurzen moment führ ich mich frei von sorgen. ganz leicht.


2001

zauberblume
entführe mich
in dein land der
leichtigkeit
und so natürlich
zeige mir dein geheimnis
mit deiner ausdruckskraft
machst du deiner umwelt freude
liebe - verwurzelt schwebend
...und doch könntest du ohne wiese
nicht lange mehr sein.


aus "die geisha":

kummer ist ein seltsames gefühl:
wir sind ihm hilflos ausgeliefert. er ist wie ein fenster, das sich plötzlich von selbst auftut. es wird kalt im zimmer, und wir können nichts anderes tun als zittern. aber jedesmal öffnet es sich bisschen weniger und eines tages fragen wir uns, wo es wohl geblieben ist.


Keine Kommentare: